Sebastian Kreutz Sebastian Kreutz Schauspieler, Privater Schauspielunterricht Karlsruhe



» Richard II

Staatstheater Karlsruhe
Sebastian Kreutz




Geschichten zum Stück

Hier habe ich das erst und einzige Mal einen Auftritt verpasst.
Ich als Bollingbroke hatte am Anfang des Stückes 2 Szenen. In der ersten rede ich mich um Kopf und Kragen und in der nächsten werde ich verbannt.
In einer der Vorstellungen ging ich als "Verbannter" in die Kantine, bestellte mir einen Kakao und während ich zahlte, fuhr es mir heißestens in die Glieder: "Ich war noch nicht verbannt!". Anstatt nun Kakao Kakao sein zu lassen, rannte ich mit dem glühend heißen Becher, riesige Flecken in den Fluren hinterlassend, zur Bühne.
Mein Auftrittszeichen war ein stilisierter Tanz der Kollegen nach einer Barockmusik. Außer Atem kam ich also hinter der Bühne an, das wertvolle Kostüm voller brauner Flecken und sah durch einen Seitenvorhang, dass die Kollegen noch tanzten. Ich dachte, es gerade noch geschafft zu haben. Nur die Musik fehlte ... – irgendwann war auch mir klar, warum!
Sie war lange schon zu Ende! Ich raste durch den Vorhang auf die Bühne, wo ich vom König mit der spitzfindigen Bemerkung empfangen wurde: "Spät kommt er, aber er kommt!!" Man hatte ca. 2 Minuten ohne Musik getanzt. Schauspieler und ein coreographierter Samuraischwertkampftänzer ohne Musik. Hätt' ich gern gesehen. Später gab's Bier für alle ...


Kritiken

... Sebastian Kreutz setzt als Heinrich Bolingbroke dessen Gegenbewegung zu Richard auch spielerisch um: Vom überkochenden Energiebündel, dessen Anklagen eines Mitherzogs ihm selbst die Verbannung einträgt, wird er nach der Enteignung durch Richards Gier zum zielgerichteten Kämpfer, den das Wissen um sein Recht in sich ruhen lässt und dadurch unaufhaltsam macht. Doch auf dem Königsthron angelangt, friert er ein zur Unbeweglichkeit, den stummen Kopf fast niedergedrückt von der neu erworbenen Krone.