Sebastian Kreutz Sebastian Kreutz Schauspieler, Privater Schauspielunterricht Karlsruhe



» Diener zweier Herren

Schlossfestspiele Ettlingen
Sebastian Kreutz



Kritiken

... Sebastian Kreutz erobert gleich mit einer pantomimischen Höchstleistung die Herzen, in dem er seine Schnürsenkel mit dem Schuh salzt und pfeffert, sich herrlich akrobatisch verrenkt, um den knurrenden Magen zu überlisten. Die starre Maske verdeckt die gesamte Aufführungszeit über sein Gesicht, trotzdem ist Kreutz präsenter denn je: Sein Körper spricht viele Sprachen. Arme und Beine schlenkern, sind immer in Bewegung, selbst seine Bauchmuskeln vermag der als einziger in Jogginghose und T-Shirt bekleidete Spaßvogel zum Tanzen zu bringen.

...
Man hatte ja damit rechnen können, dass es ein großes Vergnügen wird, wenn der Schauspieler Sebastian Kreutz, der 14 Jahre lang am Staatstheater glänzte und seit zwei Jahren frei arbeitet, die Titelrolle in Carlo Goldonis unverwüstlicher Komödie „Diener zweier Herren“ übernimmt.  Aber, dass die diesjährige Schauspielproduktion der Ettlinger Schlossfestspiele  ein derartig unbändiges Theaterglück versprüht, davon war das Publikum bei der Premiere dann doch überrascht und hingerissen. Ausgiebig beklatschten sie Kreutz und das gesamte Ensemble mit „Standing Ovations“. –
Über zwei Stunden lang zeigt Kreutz in einer hinreißenden Performance, warum er die Idealbesetzung für den armen, arbeitslosen und entsetzlich hungrigen Truffaldino ist, der sich in der Hoffnung auf eine Mahlzeit kurzerhand bei zwei Herren gleichzeitig verdingt und dann alle Hände voll zu tun hat, deren Begegnung zu verhindern. Denn Kreutz ist der wohl virtuoseste Körperschauspieler, den man auf den Bühnen der Region erleben kann. Sein Truffaldino ist permanent in Bewegung , ob er nun vor erbosten Venezianern flieht (und beim Rennenvor der Bühne durch Schwimmbewegungen in Erinnerung ruft, dass es in Venedig jede Menge Wasser gibt), ob er sich vor der angehimmelten Zofe Smeraldina (Janet Rens) in Pose wirft oder zur Betonung seines Leids die Beine wie gelähmt wegknicken lässt – a selbst beim Warten hält sein Körper nicht still, sondern lässt ihn während eines Monologs die absurdesten Balance-Haltungen ausprobieren. Der Clou: Von außen wirkt das völlig unangestrengt – eben so, als „passiere“ dem Faultier Truffaldino das alles.
Die andere Facette ist der trocken beiläufige Tonfall, mit dem Kreutz seine Dialog-Pointen abschließt und mit dem er auch das Publikum offensiv anspielt, bis es ihm beglückt aus der Hand frisst. Und das alles ohne jede Mimik – denn Regisseur Elmar Thalmann lässt die Figuren Masken spielen.
... dem einstigen Karlsruher Staatsschauspieler Sebastian Kreutz in der überaus dankbaren Titelrolle ein gewichtiges Pfund zur Verfügung. Er ist ein Truffaldino wie aus dem Bilderbuch: agil und drollig, akrobatisch und clownesk, liebenswert und schlitzohrig.

... das Publikum honorierte die Schauspielleistungen von Sebastian Kreutz als Diener Truffaldino am Ende der Vorstellung mit stehenden Ovationen.